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Presse     >     Pressemeldungen     >     29. Mai 2008

Vertrauen in die Wirtschaft auf Rekord-Tief

Root Längenbold
29. Mai 2008

  • Vertrauen der Konsumenten in die Wirtschaft weltweit und auch in der Schweiz gesunken
  • USA mit stärkstem Rückgang, aber auch in West-Europa sank das Vertrauen beträchtlich
  • Global glauben 56 %, ihr Land stecke in einer Rezession, in der Schweiz sind es 30 %
  • Jobchancen und persönliche Finanzlage werden positiv eingeschätzt

Finanzkrisen und globaler Preisanstieg hinterlassen deutliche Spuren: Erstmals seit Durchführung der Studie „Nielsen Global Online Consumer Confidence“ ist der weltweite Indexwert für das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft um sechs Punkte gesunken. Das ergab die aktuelle Welle der Studie, bei der Nielsen mehr als 26.000 Internet-User aus 51 Ländern befragt hat.

Das Vertrauen der Konsumenten in die Wirtschaft befindet sich weiter im Sinkflug. Ist der Wert von Mai bis November 2007 bereits um drei Punkte gesunken, so hat sich der Index von November 2007 bis Mai 2008 um nochmals sechs Punkte verschlechtert. Auch in der Schweiz ist der Wert um drei Punkte gesunken. Das Vertrauen der Schweizer in die Wirtschaft bewegt sich aber im weltweiten und europäischen Vergleich auf hohem Niveau und war über die Jahre nur geringen Schwankungen ausgesetzt. (siehe Abb. 1)

Starke regionale Unterschiede

Regional betrachtet fiel das Konsumentenvertrauen in den USA mit einem Minus von 17 Punkten erwartungsgemäß sehr stark, während in Europa der Wert um 6 Punkte auf 83 zurückging. Mit 3 bzw. 2 Punkten fielen die Rückgänge für Asien und die neuen Märkte sowie Lateinamerika deutlich geringer aus. (siehe Abb. 2)

Der negative Trend der letzten sechs Monate war in 39 der insgesamt 51 untersuchten Länder spürbar, am stärksten jedoch in Neuseeland (Minus 18), den USA und Litauen (jeweils Minus 17). Insgesamt war der Rückgang in 15 Ländern im zweistelligen Bereich. “Selbst wenn sich ein Land nicht offiziell in einer Rezession befindet, gibt es einen deutlichen Schneeballeffekt rund um die Finanzkrise in den USA sowie die Preissteigerungen. Die Konsumenten nehmen internationale Krisen aufgrund der starken globalen Verflechtung als Krise auch im eigenen Land wahr“, erläutert Marco Bischof, Director Marketing & Communications, ACNielsen Schweiz den Stimmungsumschwung.

In Westeuropa fiel der Indexwert in Spanien am stärksten (Minus 16), wo auch die lokale Immobilienkrise ihren Einfluss hatte. An zweiter Stelle liegt Großbritannien (Minus 15). (siehe Abb. 3)

Konsumenten befürchten globale Rezession

Weltweit denkt mehr als die Hälfte der Konsumenten, ihr Land befinde sich in einer Rezession. In der Schweiz glauben 30 %, dass die Wirtschaft zumindest nicht wächst. Dies obwohl die Konjunkturforschungsstelle (KOF) mit einem Wachstum des BIP von 2% rechnet (siehe Abb. 4). Die Schweiz befindet sich mit 30% unter den Optimisten in Europa. In Italien und Ungarn, aber auch in Spanien, Portugal und in Frankreich ist die Einschätzung deutlich pessimistischer, in diesen Ländern glauben über 80 % der Befragten an eine lokale Rezession. „Die internationalen Berichte über die Subprime Krise und Preiserhöhungen heizen die Rezessionsängste unabhängig von der Wirtschaftslage des eigenen Landes an, dennoch sind die Ängste lokal äußerst unterschiedlich.“, analysiert Marco Bischof die divergierenden Ergebnisse.

Gute Job-Aussichten

Auch wenn das Vertrauen in die Wirtschaft nachlässt: Ihre persönlichen Aussichten schätzen die Schweizer recht positiv ein. Mehr als zwei Drittel glauben, dass sich ihre Job-Chancen in den nächsten zwölf Monaten gut bis exzellent entwickeln werden. Im weltweiten Vergleich liegt die Schweiz damit unter den Top Ten der optimistischsten Länder, in Europa sogar auf dem dritten Platz. Global glauben nur 42 % an eine gute Entwicklung. Die optimistischsten Europäer sind die Norweger (94 % positiv), gefolgt von den Dänen (84 %). Unsere deutschen Nachbarn schätzen ihre Job-Aussichten wenig positiv ein (40 %). Die größten Pessimisten in Europa sind die Portugiesen (93 % denken, sie haben schlechte oder nicht so gute Job-Chancen) und die Ungarn (85 % mit negativen Job-Chancen). (siehe Abb. 5)

Finanzielle Lage wird positiv eingeschätzt

Auch bei der persönlichen finanziellen Lage überwiegt die positive Einschätzung. 60 % der Schweizer sehen ihre persönlichen Finanzen in den nächsten zwölf Monaten rosig. Immerhin gehen aber auch 30 % davon aus, dass die persönlichen Finanzen in den nächsten Monaten nicht so gut sein werden. 9 % denken, dass sich ihre Lage verschlechtern wird. (siehe Abb. 6) Dazu Marco Bischof: „Einen wesentlichen Einfluss auf diese Einschätzung haben die für die Konsumenten unmittelbar spürbaren Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln sowie Energie.“ International hat sich die Einschätzung der persönlichen finanziellen Lage weniger stark verändert. Im Herbst 2007 haben 56 % der Konsumenten weltweit ihre finanzielle Lage als gut eingeschätzt, heuer sind es 52 %. Auch bei der finanziellen Lage zählen die Skandinavier zu den europäischen Optimisten. Hier führen die Dänen (79 %) vor den Norwegern (75 %) und den Holländern (69%). Das negative Ranking in Europa führen auch hier die Portugiesen (76 % schätzen ihre persönlichen Finanzen schlecht ein) und die Ungarn (71 % negativ) an. (siehe Abb. 6) Die weltweit größten Pessimisten sind die Japaner mit 87 % negativen Einschätzungen.

Eher schlechte Zeiten für persönliche Anschaffungen

Trotz der eher positiven Einschätzung der finanziellen Lage denken 55 % der Schweizer, die nächsten zwölf Monate seien keine gute Zeit, sich Dinge zu kaufen, die man haben möchte oder braucht. Damit sind die Schweizer im internationalen Vergleich aber immer noch verhältnismäßig optimistisch eingestellt. Global liegt der Wert der negativen Einschätzung bei 67 %, in Europa bei 71 %. Weltweit zählen auch in diesem Bereich die Norweger (59 % denken, die nächsten zwölf Monate seine eine gute Zeit, sich Dinge zu kaufen, die man haben möchte oder braucht) vor den Dänen (55 % positiv) und den Polen (49 %) zu den Optimisten. (siehe Abb. 7)

Abbildung 1:

Abbildung 2:

Abbildung 3:

Abbildung 4:

Abbildung 5:

Abbildung 6:

Abbildung 7:

Über ACNielsen
ACNielsen, ein Unternehmen von „The Nielsen Company“, ist das weltweit führende Marketing-Informationsunternehmen. In über 100 Ländern erfasst und analysiert ACNielsen Marktentwicklungen, Verbrauchereinstellungen und Verbraucherverhalten. Kunden bauen auf die Marktbeobachtung, die Analyse-Instrumente und die professionelle Beratung von ACNielsen, wenn es um die Erschliessung neuer Geschäftsmöglichkeiten, die Maximierung der Effizienz ihrer Marketing- und Verkaufskampagnen oder um Wettbewerbsanalyse geht. Weitere Informationen finden Sie unter www.acnielsen.ch.

Über The Nielsen Company
The Nielsen Company ist ein globales Informations- und Medienunternehmen mit führenden Marktpositionen und anerkannten Marken in den Bereichen Marketing Information (ACNielsen), Media Information (Nielsen Media Research), Online Forschung (NetRatings und BuzzMetrics), Mobile Measurement, Fachmessen und Business Publications (Billboard, The Hollywood Reporter, Adweek).The Nielsen Company befindet sich in Privatbesitz und ist in mehr als 100 Ländern aktiv. Die Zentralen befinden sich in Haarlem (Niederlande) und New York (USA). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.nielsen.com.

Medienkontakt:
Patrizia Schurr
Communications Executive
The Nielsen Company
D4 Park 6
6039 Root Längenbold
Tel.: +41 41 445 62 52
Fax: +41 41 445 65 52
patrizia.schurr@nielsen.com


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