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Root Längenbold
23. Februar 2011
Schweizer sind sich über die finanzielle Absicherung im Ruhestand
etwas unsicher und beziehen nicht nur staatliche sondern auch betriebliche Renten
Freie Zeit während der Rente vielfältig genutzt
Definition von Alter mit internationalen Unterschieden
Alter ist relativ. So platt diese Aussage scheint, im internationalen Vergleich zeigt sich dennoch deutlich, dass es Unterschiede gibt. Während im asiatischen und afrikanischen Raum bereits 50 – 59-jährige von vielen als alt eingestuft werden, schätzt die Mehrheit der Europäer erst Menschen im Alter von 70 – 79 als alt ein. So unterschiedlich diese Einstufungen auch sein mögen, in einem gibt es dennoch große Einigkeit: In Rente gehen heisst nicht Stillstand, es gibt viele Aktivitäten. Das sind die Ergebnisse einer Nielsen Studie, bei der im September 2010 weltweit mehr als 27.000 Internet-User – davon 500 in der Schweiz – befragt wurden.
Für das primäre Einkommen der Schweizer Rentner sorgt zwar in 40 Prozent der Fälle der Staat, ein Viertel der Schweizer im Ruhestand kann jedoch auch von betrieblichen Renten leben. Immerhin 26 Prozent müssen als primäres Einkommen auf eigene Ersparnisse zurückgreifen (siehe Abb. 1). Mit diesem nahezu ausgewogenen Bild liegt die Schweiz fast im europäischen Schnitt. Natürlich gibt es auch Ausreisser: So geben in Finnland mehr als zwei Drittel (68%) eine betriebliche Vorsorge als Haupteinnahmequelle an, nur 18 Prozent leben hauptsächlich von der staatlichen Rente. In Portugal wiederum sind die privaten Ersparnisse die am stärksten genutzte Einnahmequelle (41%). Das gilt auch für die Rentner in Frankreich (35%), und auch in Großbritannien geben 31 Prozent die privaten Ersparnisse als hauptsächliche Finanzquelle im Rentenalter an, allerdings dicht gefolgt von der betrieblichen Rente (30%) (siehe Abb. 1)
Etwas Unsicherheit herrscht beim Ausblick auf die Rente. Nur 22 Prozent der Konsumenten in der Schweiz fühlen sich finanziell gut auf die Rente vorbereitet, 39 Prozent schlecht. Ein grosser Teil (38 %) ist unsicher (siehe Abb. 2). „Die Unsicherheit in Bezug auf die finanzielle Absicherung im Rentenalter resultiert wahrscheinlich auf Befürchtungen, dass die Rentensysteme Probleme bekommen könnten“, erklärt Petra Kacnik, Director Consumer Research Nielsen DACH.
Aktivitäten nach dem aktiven Berufsleben
Dennoch, gefragt nach den Plänen für das Rentenalter, ist die mit Abstand beliebteste Aktivität der Schweizer das Reisen (65%). An zweiter Stelle stehen die Enkelkinder, um die sich die Schweizer im Ruhestand kümmern möchten (34 %), gefolgt von ehrenamtlicher Arbeit (28%). Immerhin jeweils ein Viertel der Befragten gibt an, sich um den Garten zu kümmern oder in einem Verein aktiv zu werden. Sehr wenig Zustimmung gibt es beim Umzug in eine Seniorenanlage zwecks Verbesserung der sozialen Kontakte (siehe Abb. 3). Dazu Kacnik: „Aktivität ist offensichtlich ein sehr wichtiger Aspekt im Hinblick auf den Ruhestand. Der Umzug in ein Seniorenheim scheint für viele eher mit Stillstand verbunden zu sein.“
Ein Besonderheit gibt es in Russland: Während in der Schweiz nur sieben Prozent angeben, in der Rente eine neue Karriere zu starten, sind es in Russland 26 Prozent, die sich das vorstellen können.
Rentenalter
Eine überwiegende Mehrheit (69%) der Befragten in der Schweiz sieht den Zeitraum zwischen 60 und 69 als das typische „Rentenalter“, immerhin 18 Prozent wollen schon vorher in Rente gehen. Nur sehr wenige (6%) wollen erst mit 70 oder älter in den Ruhestand wechseln (siehe Abb. 4). Auch hier zeigen sich internationale Unterschiede. Während etwa in Österreich 41 Prozent schon mit 59 oder jünger in Rente gehen wollen oder gegangen sind, sind es in Israel 28 Prozent, die erst mit 70 oder älter aus dem Berufsleben aussteigen.
Klassifizierung als „Alt“ international unterschiedlich
Alter ist eine sehr subjektive Wahrnehmung. Dennoch zeigen sich in unterschiedlichen Ländern klare Tendenzen, ab wann man als alt eingestuft wird. So stufen 67 Prozent der Konsumenten in der Schweiz jene Personen als alt ein, die älter als 70 Jahre sind. Damit liegt die Schweiz im europäischen Schnitt (siehe Abb. 5). Im internationalen Vergleich gibt es aber durchaus andere Einschätzungen. So gilt man für die Mehrheit in asiatischen Ländern bereits ab 60 als alt, im Mittleren Osten und Afrika definieren immerhin 17 Prozent die Altersgruppe 40 – 49 als alt. In Estland wiederum meint knapp mehr als die Hälfte der Befragten, dass man erst ab 80 alt ist. „Der internationale Vergleich zeigt, dass die Einschätzung, ob jemand alt ist, nicht zwingend mit der Lebenserwartung zusammenhängt. Viel wichtiger ist der demographische Ist-Zustand. In „jungen“ Gesellschaften wie etwa in Afrika gilt man eben viel früher als alt wie in „alternden“ Gesellschaften wie in Europa“, ergänzt Kacnik.
Die Abbildungen finden Sie HIER.
Über The Nielsen Company
The Nielsen Company (NYSE: NLSN) ist ein globales Informations- und Medienunternehmen mit führender Marktposition in den Bereichen Marketing- und Verbraucherinformationen, Erhebung von Mediadaten in TV, Online, Mobile und anderen Medien, Fachmessen sowie weiteren verwandten Bereichen. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern präsent mit Hauptsitz in New York (USA). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.nielsen.com.
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